13. December
Dritter Advent

Gaudéte in Domino semper; íterum díco, gaudéte. Modéstia vestra nota sit ómnibus homínibus:Dóminus enim probe est. Nihil sollíciti sitis: sed in omni oratíone petitiónes vestrae innotéscant apud Deum.

Benedixísti, Dómine, terram tuam: avertisti captivitátem Jacob.

Glòria Patri Patri et Filio et Spiritui Sancto.

Freut euch allezeit im Herrn. Noch einmal sage ich: Freuet euch. Laßt alle Menschen eure Güte erfahren: denn der Herr ist nahe. Um nichts macht euch Sorgen, sondern stets sollen in innigen Gebeten eure Anliegen vor Gott kund werden.

Herr, Du hast Dein Land gesegnet und Jakob heimgeführt aus der Gefangenschaft.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.


Dritter Advent

Die Kirche unterbricht heute den Ernst der Adventszeit. Alles ist in der Liturgie auf den Ton der Freude gestimmt. Statt der violetten Gewänder darf der Priester heute rosarot tragen, der Diakon die Dalmatik, der Subdiakon die Tunicella. Die Orgel kann ihr frohes Lied erklingen lassen. Freude herrscht, weil der Heiland mit dem Reichtum seiner Erlösungsgnade nahe ist. Der Sonntag führt wegen des Anfangs des Introitus den Namen "Gaudete". Er entspricht dem Sonntag "Laetare", dem vierten Fastensonntag, und trägt wie dieser den Gedanken der Freude in den Bußernst der Vorbereitungszeit.

"Der Herr ist nahe" (Introitus, Epistel); er erscheint, um das Volk Israel aus der babylonischen Gefangenschaft (Introituspsalm, Offertorium), um uns alle zu befreien. Wir flehen innig, daß er kommen möge (Oratio, Graduale). Schon gibt der Vorläufer den Abgesandten der jüdischen Behörden feierlich Zeugnis von ihm. "Der Herr ist nahe. Ja, er steht schon in unserer Mitte", so jetzt beim Opfer in der hl. Messe. Er kehrt bei uns ein in der hl.Kommunion; deshalb fort mit allem Kleinmut (Communio).

Antichrist

Ein Blick in die Welt von heute kann uns traurig stimmen und verzagen lassen.

Die Regierenden setzen sich nicht mehr ein, die Regierten zu schützen.

Die Regierenden haben das Recht durch Unrecht ersetzt, indem das von Menschen nicht veränderbare Naturrecht durch opportunistische Gesetze ersetzt wurde.

Die Regierenden haben dadurch den Menschen auch die Würde abgesprochen, die einzig und allein von Gott kommt, da die Menschen seine aus Liebe nach seinem Ebenbild geschaffenen Geschöpfe sind.

Die Regierenden betreiben Augenwischerei durch die Betonung von "Menschenrechten", die von Menschen gemacht wurden; Menschenpflichten, außer dem bedingsungslosen Gehorsam den Regierenden gegenüber, werden nicht mehr genannt.

Die segensreiche Ergänzung der zwei Mächte (weltlich - Kaiser und geistlich - Papst) nach der Doktrin der Zwei Schwerte wird nicht einmal mehr im Geschichtsunterricht erwähnt.

Die Vereinten Nationen streben an, einen Kommissar als obersten Religionshüter zu benennen, dem sich auch der Papst unterordnen muß - Religionsausübung wird dadurch zur vielleicht noch geduldeten privaten nostalgischen Erfahrung.

Selbst der Stuhl Petri knickt vor der weltlichen Macht ein, zelebriert interreligiöse Treffen, bekämpft glaubensstarke Christen, widerspricht der 2000-jährigen Lehre der heiligen Kirche, und verwirrt die Noch-Gläubigen durch beliebig interpretierbare Verlautbarungen - Ungestrafte Plasphemie ist an der Tagesordnung.

Gleichzeitig wird der Islam hofiert und in das (ehemals) christliche Europa importiert - ohne die Bevölkerung zu fragen. Der zaghafte Aufschrei der Bevölkerung, bitte die europäischen Werte zu verteidigen, stellt die Frage, was diese Werte heute sind. Die sichtbaren Werte scheinen nur noch "Wohlstand und Gesundheit" zu sein.

Die von Gott geschaffene natürliche Ordnung der Familie, d.h. Mann und Weib als Eltern von Kindern, wird von den Regierenden durch Zwangsgenderisierung in allen Lebensbereichen bekämpft. Andersdenkenden werden die Kinder genommen, und sie werden inhaftiert.

... es könnten noch viele weitere Mißstände genannt werden. Wer solche "europäischen Werte" gut heißt, braucht nicht mehr mit dem Finger auf vergangene Diktaturen zeigen.

So könnte man sich fragen, ob der Antichrist schon da ist, oder bald kommen wird. Die Drangsalen werden nahezu unerträglich.

Und genau hier setzt der dritte Advent an. Er stärkt uns im Glauben an die Erlösung derer, die Gott treu bleiben.

Es steht uns Gläubigen nicht zu, Spekulationen über den Antichristen und das Ende aller Zeiten zu machen. Stattdessen haben wir ganz klar die folgenden Pflichten:

Den legitim zur Macht gekommenden Regierenden zu gehorchen in dem, was das irdische Leben betrifft.

Aber auch: Den Regierenden zu widersprechen und den Gehorsam zu verweigern in allen Forderungen, die gegen die Gebote Gottes sind und Gott beleidigen.

Dem Papst und seinen Bischöfen zu gehorchen, wenn sie legitim ihr Amt erhielten, in allem was das ewige Leben betrifft.

Aber auch: Dem Papst und seinen Bischofen zu widersprechen und den Gehorsam zu verweigern in allen Forderungen, die gegen die Gebote Gottes sind und Gott beleidigen.

Als Christen stehen wir in der Nachfolge von Jesus Christus - wahrer Mensch und wahrer Gott, also in der liebevollen Annahme des Kreuzes. Wer mit Jesus Christus stirbt, wird auch mit ihm zum ewigen Leben auferstehen.


Lesenswert, aber nicht ganz einfach zu verstehen:

Joseph Ratzinger - "Werte in Zeiten des Umbruchs".

Auch als Hörbuch erhältlich.


LECIM