21. September: Hl. Apostel Matthäus


Austritt aus dem Kirchensteuerzahlverein

Am 13. März 2006 hatte der Päpstliche Rat für die Interpretation der Gesetzestexte daran erinnerte, dass in Deutschland der vor einer staatlichen Stelle vollzogene Austritt aus der "Kirche" 1 nicht automatisch gleichgesetzt werden darf mit dem dem Abfall von der hl. katholischen und apostolischen Kirche. Beim "staatlichen Austritt" handelt es sich um eine Trennung von der "Kirche", insofern sie in der Bundesrepublik Deutschland eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes ist und deren Mitglieder vor dem Staat kirchensteuerpflichtig sind. Es geht hierbei also um eine rein weltliche juristische Vereinsangelegenheit.

Ein Ausscheiden aus dieser Körperschaft sei, so hieß es damals aus Rom, deswegen nicht mit der kirchlichen Tatstrafe der Exkommunikation verbunden. Dazu müsse ein getaufter Katholik, der sich wirksam von der hl. Kirche als sichtbarer Institution trennen wolle, gegenüber seinem zuständigen Ortsbischof oder wenigstens vor dem Pfarrer erklären, dass er den Glauben der hl. Kirche ganz oder teilweise nicht teile oder sich nicht länger der hierarchischen Ordnung der hl.Kirche eingliedern wolle. Das bedeutet also, dass auch in Deutschland die Mitgliedschaft der hl. Kirche nicht identisch ist mit der Mitgliedschaft in der vom Staat geregelten "Kirche" als Körperschaft des öffentlichen Rechtes.

Genau das Gegenteil verkündet das Dekret der Deutschen Bischofskonferenz vom 20. September 2012. Zwar tritt keine automatische Exkommunikation ein, darin soll wohl der "Kompromiss" mit der römischen Position bestehen, aber der Kirchenaustritt vor staatlichen Stellen hat die gleichen praktischen Folgen wie eine Exkommunikation. Diese Rechtsfolgen sind im genannten Dekret der Deutschen Bischofskonferenz unter Punkt II. 1. genannt:

"Die aus der Kirche ausgetretene Person

Im Klartext: Wer nicht zahlt, bekommt auch keine Sakramente. Jeder, der aus der staatlichen Körperschaft ausgetreten ist, soll dieses Schreiben erhalten.

Dass das Ganze eine unglaubliche Lachnummer ist, ist offensichtlich:

Also bleibt keine der "Drohungen" wirksam.

Durch diese Mitteilung hat Rom klar gesagt, dass die von der Bischofskonferenz in Deutschland vertretenen Bistümer nicht mehr Teilkirchen sind.

Das klärt die Situation und erleichtert es den Gläubigen, diesem freimaurerischen nationalen Religionsverein den Rücken zu kehren. Die hl. Kirche ist universal und weltweit, heißt ja auch katholisch, so dass regionale oder örtliche Denominationen in keiner Weise für das Erlangen des Seelenheils zwingend notwendig sind.

Es ist nur gut, dass es trotzdem in Deutschland noch die hl. Kirche gibt, und jeder Gläubige - ob steuerzahlend oder nicht - dort die Sakramente empfangen und auch Religionsunterricht erhalten kann.


1: Das Wort Kirche hat in der deutschen Sprache leider mehrere Bedeutungen und ist daher nicht eindeutig.
2: Warum diese Einschränkung? Plagt hier vielleicht jemanden doch das Gewissen?


LECIM