21. März
Hl. Benedikt von Nursia
, Einsiedler, Ordensgründer, Abt auf dem Montecassino "Vater des abendländischen Mönchtums" , * um 480 in Nursia, dem heutigen Norcia in Umbrien in Italien, † 21. März 547 im Kloster Montecassino in Italien

Ora et labora


Unsere Brüder und Schwestern in Japan

Betroffen sind wir von der unvorstellbaren Katastrophe in Japan, vom schweren Kreuz, das das stolze und fleißige Volk der Japaner getroffen hat. Fassungslos verfolgen wir die Nachrichten und merken, Schritt um Schritt, dass es immer enger wird für ein gutes Überleben auf der japanischen Insel. Nun werden Lebensmittel und insbesondere auch Trinkwasser, die Grundlage für das Leben, knapp, da es radioaktiv verstrahlt ist.

Wie ohnmächtig sind wir Menschen doch. Eine Flutwelle tötet Tausende von Menschen, spült ganze Ortschaften fort. Erdbeben von unvorstellbarer Größe zerstören einen großen Teil der Energieproducktion des ganzen Landes. Radioaktivität wird frei, vielleicht gelangte auch schon das giftige Plutonium in die Umwelt, der Supergau ist nach menschlichem Ermessen nicht mehr aufzuhalten.

Und trotzdem, die Japaner bemühen sich voller Eifer und mit bewunderswertem Pflichtbewusstsein den Schaden zu begrenzen und wieder Kontrolle über die beschädigten Kernkraftwerke zu bekommen. Doch selbst wenn die Reaktoren eines Tages kalt sein werden, so sind weitere unermessliche Anstrengungen notwendig, um wieder Nahrungsmittel produzieren und bewohnbaren Lebensraum schaffen zu können.

Japan hatte aufgrund seiner Natur schon immer ums Überleben zu kämpfen. Landwirtschaftliche Flächen gibt es viel zu wenig. Effizienter Anbau ist notwendig. Das Land ist zu klein für die vielen Menschen. Viel Energie ist notwendig, um Leben trotz aller Widrigkeiten zu ermöglichen.

Ohne große Anstrengungen in der Wissenschaft und Technik, und ohne große Disziplin, würde es Japan, wie wir es kennen, nicht geben.

Und wie sieht es bei uns in Europa aus, wo wir weit entfernt von diesem Übel sind?

Eine starke Woche lang wurden wir mit halbstündlichen Nachrichten aufgepeitscht, nun wird es stiller, und man geht so nach und nach wieder zur Tagesordnung über, sich mit unwichtigen Dingen zu beschäftigen.

Wie jammeren wir in unserem sicheren Europa, wenn einige von uns auch nur arbeitslos werden.

Wir verbraten Millionen Euro, um

Das Leid der Japaner wird nun im Wahlkampf missbraucht. Politiker aller Couleur machen Schnellschüsse in Sachen Kerntechnik, und man weiß doch genau, dass in wenigen Wochen alles Gesagte wieder vergessen sein wird, und unsere Todesmaschinen (=Kernkraftwerke) wieder eingeschaltet werden.

Doch sind es nicht allein diese Todesmaschinen. Wir leben die bereits heftig ausgestaltete "Kultur des Todes", wie Johannes Paul II. sagte.

Ist das noch ein Leben im Sinn des einzigen lebendigen Gottes? Bewahren wir die Schöpfung zu unserem Nutzen, oder betreiben wir Raubbau? Pflegen wir christliche Nächstenliebe? Was ist von dem Europa als "Reich Gottes auf Erden", zu dem viele Heilige wie auch Benedikt von Nursia ihren aufopfernden Beitrag erbrachten, noch übrig?


Beten wir für unsere Brüder und Schwestern in Japan, denn auch sie wurden von unserem Schöpfer aus reiner Liebe nach seinem Ebenbild geschaffen. Beten wir in drei Intentionen, wie es ähnlich auch von der Priesterbruderschaft Hl. Pius X. vorgeschlagen wurde:

  1. Dass das Horrorszenario der atomaren Verstrahlung und Vergiftung der Bevölkerung nicht eintreten möge.
  2. Dass die Menschen von Gott die Kraft erhalten, Leid, Schmerz und Trauer zu ertragen.
  3. Dass Gott allen Verstorbenen ein gnädiger Richter sein möge.

Und dann sollen wir bereit sein, unsere japanischen Brüder und Schwestern auch bei uns aufzunehmen, wenn ihr eigenes Land nicht mehr bewohnbar ist. Wir haben hier die Chance, christlich zu teilen.

Beten wir jetzt in der Fastenzeit auch ganz besonders um unser eigenes Seelenheil, dass wir unsere Sünden erkennen und von ganzem Herzen aus Liebe zu Gott bereuen und verabscheuen, und dass wir zukünftig nicht mehr in die Sünde zurückfallen. Gott schenke uns eine gültige Generalbeichte mit der Vergebung unserer Sündenschuld, so dass uns höchstens noch die zeitlichen Sündenstrafen im Fegefeuer verbleiben.

Und beten wir in dieser Fastenzeit auch für alle Menschen, die noch keinen Zugang zur Sündenvergebung haben, dass sie sich bekehren, und dass Gott ihnen barmherzig sei.