14. August
Maximilian Maria (Rajmund) Kolbe

Priester, Mönch, Märtyrer, * 7. Januar 1894 in Zdunska Wola bei Lódz in Polen, † 14. August 1941 in Oswi'ecim, dem KZ Auschwitz in Polen


Die Lesung vom 13. August regt zum Nachdenken über die Toleranz an:

Evangelium nach Matthäus 18,15-20.

Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muß durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Toleranz wird heutzutage ja so verstanden, dass man alles zulassen muss. Nur nicht widersprechen. Und vor allem dem Zeitgeist nicht widersprechen - denn das wäre ein Tabubruch (darüber reflektieren wir später einmal).

Jeder, der es mit Technik zu tun hat, weiß genau, dass vorgenannte Interpretation des Begriffs "Toleranz" am wirklichen Sinn des Wortes vorbei geht, ja diesen Sinn sogar negiert. Toleranz setzt die Kenntnis eines "Absoluten", einer "Wahrrheit" voraus, also die Kenntnis darüber, was richtig bzw. angestrebt ist. Die Toleranz beschreibt dann eine zu erduldende (=tolerierende) Abweichung von dieser absoluten Wahrheit.

Entgegen der bereits geschilderten landläufigen Meinung über die Toleranz verlangt die Hl. Schrift, nicht einfach alles zu erdulden, sondern auf Fehler (=unzulässige Abweichungen) freundlich aber bestimmt hinzuwirken, mit dem Ziel, dass der Angesprochene von seinem Fehlverhalten Abstand nimmt und sich zwischen die durch die Toleranz gegebenen Schranken begibt. Macht er das nicht, so sollen weitere aber intensivere Versuche unternommen werden, ihn zur Einsicht zu bewegen. Scheitern auch diese Versuche, so hat er sich aus der Gesellschaft entfernt und verdient die gerechte Strafe.

Nun wird mir sicher entgegengehalten, (1) ich hätte für mich die "Wahrheit gepachtet", oder (2), es gäbe keine absolute Wahrheit - alle Erkenntnis sei subjektiv und alles Verhalten sei gleich wahr und gleich gut.

Maximilian Kolbe hat sich für die Wahrheit eingesetzt.Ihm ging es um die wahre Toleranz. Daher war er den Machthabern des 3. Reiches ein Dorn im Auge. Durch seinen unerschütterlichen Glauben an den einzigen lebendigen und Leben spendenden Gott, and die absolute Wahrheit, konnte er sein Leben für einen anderen Häftling im Lager Auschwitz hingeben. Mit dem modernen Verständnis von Toleranz hätte er sicher nur zur Seite geschaut, um nicht aufzufallen.