Alte Zöpfe
werden abgeschnitten, so heißt es. Und manchmal ist es ja auch wirklich notwendig, sich von Balast zu trennen. Wir brauchen Platz für Neues, das uns zu unseren Zielen führt. So weit so gut. Doch schauen wir uns exemplarisch mal die Einzelheiten an:
In sehr vielen Gotteshäusern kann ich beobachten, wie nach und nach die Kommunionbänke verschwinden. Es sei nicht mehr zeitgemäß, zum Kommunionempfang zu knien - also stehen wir Auge in Auge auf gleicher Höhe vor (nein, wohl eher neben) Gott. Er ist ja jetzt unser Kumpel, nur wußten es die Väter noch nicht so richtig. ...
Lasse ich meinen Blick weiter schweifen, finde ich in nahezu allen Gotteshäusern immer noch diese alten "Besenkammern", sprich Beichtstuhl. Also muß ich vermuten,daß diese Einrichtung kein alter Zopf und kein unnötiger Balast ist, denn sonst wäre sie ja wohl auch auf Betreiben der Weltverbesserer in einer Nacht-und-Nebelaktion verschwunden.
Soweit meine Beobachtung und meine ersten unsortierten Gedanken.

Machen wir eine Nutzenanalyse: Die fehlenden Kommunionbänke haben, wie die Statistik der Gottesdienstbesuche zeigt, nicht zu einer Vermehrung des Glaubens in der Bevölkerung geführt (wie auch alle anderen Neuerungen, insbesondere der Wechsel zur neuen Lithurgie [versus populo] verbunden mit der Landessprache). Und wie sieht es mit den Beichtstühlen aus? Ebenfalls Fehlanzeige, auch kein Nutzen daraus, selbige beizubehalten, denn erstens will keiner mehr da rein, und zweitens wird ja die Beichte kaum mehr angeboten - ich zitiere einen Pfarrer "habe jetzt Wichtigeres zu tun".

Was ist nun die Quintessenz aus dem Beobachteten? Vielleicht müssen wir durchgeführte Änderung rückgängig machen, und das nicht Geänderte ändern?
Also, (1) wie es unser Hl. Vater Papst Benedikt XVI. auch will, wieder eine feierliche Messe mit einem klaren Verständnis für das, was während der Eucharistiefeier geschieht, und dann ist die kniende Mundkommunion die einzig denkbare Alternative - versteht sofort jedes kleine Kind,
und (2) diese verstaubten Besenkammern abschaffen, und die Beichte vor dem Tabernakel in der Helligkeit abnehmen - auch das hat einen tiefen symbolischen Charakter.

Überall, wo es so gemacht wird, erblüht das Glaubensleben und die Gemeinden wachsen. Nur Mut, das geht überall!